HHC-Vapes am Kiosk, Delta‑8-Gummibärchen im Online-Shop – immer mehr Produkte versprechen ein legales High. Doch was steckt wirklich dahinter? Sind diese Substanzen harmlos? Sind sie überhaupt noch legal? Und wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen Neugier, Wirkung und Verantwortung?
Zwischen Wellness und Rausch
CBD ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Ob als Öl in der Apotheke, als Kapsel im Supermarkt oder als Kosmetikprodukt im Spa – Cannabidiol gilt als beruhigend, entzündungshemmend, angstlösend. Kein Rausch, dafür ein sanfter Begleiter durch stressige Zeiten.
Doch wer sich etwas mehr Wirkung wünscht, greift mittlerweile zu HHC, Delta‑8‑THC oder gar THCP. Diese Cannabinoide ähneln dem klassischen THC – sind aber oft milder, gleichzeitig aber auch psychoaktiv. Und genau das macht sie so populär. Und so umstritten.
Was ist eigentlich HHC – und ist das noch legal?
HHC steht für Hexahydrocannabinol – ein halbsynthetisches Cannabinoid, das aus CBD gewonnen wird. Der Effekt? Ein leichter Rausch, oft beschrieben als „sanfter als THC, klarer im Kopf, weniger Paranoia“.
Lange Zeit galt HHC als Grauzonen-High: legal, weil es nicht explizit im Betäubungsmittelgesetz auftauchte. Doch genau diese Lücke schliesst sich rasant: Stand Juli 2025 ist HHC in den meisten EU-Ländern verboten oder stark reguliert. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz darf es nicht mehr frei verkauft werden – in der Regel, weil es synthetisch ist und Sicherheitsdaten fehlen.
Delta‑8 – das neue THC oder doch schon passé?
Auch Delta‑8‑THC ist ein psychoaktives Cannabinoid,etwas milder als das bekannte Delta‑9‑THC, aber mit vergleichbaren Effekten: Entspannung, Euphorie, Appetitsteigerung.
Ursprünglich kam Delta‑8 nur in winzigen Mengen in der Hanfpflanze vor. Mittlerweile wird es aber aus CBD extrahiert und chemisch umgewandelt – was viele Länder als synthetische Herstellung einstufen. Und das ändert die rechtliche Lage.
In den USA wurde Delta‑8 zunächst gefeiert als „legaler Rausch aus Hanf“. Doch mittlerweile ist es in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten verboten oder eingeschränkt.
In Deutschland ist Delta‑8 nach wie vor illegal. Denn obwohl Cannabis seit April 2024 teilweise legalisiert wurde, gilt das nur für natürlich vorkommendes Pflanzenmaterial. Synthetische Cannabinoide wie Delta‑8 bleiben verboten – und damit auch die beliebten Gummibärchen, Vapes oder Öle.
Und was sagt die Wissenschaft?
Die Forschung hinkt dem Hype hinterher. Zwar gibt es erste Studien, die HHC und Delta‑8 eine geringere psychische Belastung als THC bescheinigen – gleichzeitig warnen Fachleute vor unklarer Dosierung, verunreinigten Produkten und fehlender Qualitätskontrolle.
Gerade Produkte aus Online-Shops oder dem Ausland sind oft nicht standardisiert. Was draufsteht, ist nicht immer drin – und umgekehrt.
Besonders kritisch: Der Konsum von HHC oder Delta‑8 kann bei Drogentests zum Verhängnis werden. Viele Tests unterscheiden nicht sauber zwischen den Cannabinoiden – mit potenziellen Folgen im Strassenverkehr oder Arbeitsrecht.
Warum ist das Thema so präsent?
Weil der Markt boomt – vor allem bei jungen Erwachsenen, die neue Wege der Entspannung oder Selbstmedikation suchen. Wer keinen Alkohol trinken möchte, aber trotzdem einen Effekt spüren will, landet schnell bei „legalen Highs“.
HHC und Delta‑8 wirken harmlos: Sie kommen in süssen Verpackungen, schmecken nach Erdbeere oder Cola, sind einfach zu bestellen. Doch genau das macht sie so gefährlich.
Legale Highs auf dem Festival?
Das Thema bewegt auch die Szene. Beim CannaFestival vom 15. bis 17. August 2025 in der Messe Freiburg dreht sich alles um die Vielfalt der Hanfpflanze – jenseits von Rausch und Stereotypen.
Ob bei Talks oder bei den Aussteller:innen – hier geht es um Aufklärung, Verantwortung und bewussten Konsum.
Tickets & Infos: cannafestival.de